In Memoriam Mario Adorf
In Gedenken an Mario Adorf, einem der bedeutendsten Schauspieler Deutschlands, zeigen wir eine Filmreihe.
| Film | Datum & Tickets |
| Ganovenehre | Di, 16.06. (Öffnet in einem neuen Tab) 18 Uhr |
| Die Blechtrommel | Di, 16.06. (Öffnet in einem neuen Tab) 20 Uhr |
| Der dritte Grad | Mo, 22.06. (Öffnet in einem neuen Tab) 17.30 Uhr |
| Lola | Mo, 29.06. (Öffnet in einem neuen Tab) 17.30 Uhr |
| Die verlorene Ehre der Katharina Blum | |
| Das Mädchen Rosemarie |
Di, 14.07. (Öffnet in einem neuen Tab), 17.45 Uhr |
Ganovenehre
BRD 1966, 94 Min., FSK: ab 12
Der aus dem Zuchthaus entlassene Geldschrankknacker Artisten-Orje wird durch seine Braut Nelly, eine Prostituierte, in den Berliner "Sparverein" aufgenommen, hinter dem sich nichts anderes als eine Zuhälterorganisation verbirgt. Soviel Müßiggang ist Orje nicht gewohnt, und so fällt er den Verführungskünsten von Nellys Chefin Olga zum Opfer. Die Komplikationen folgen auf dem Fuße: Ein "Ehrengericht" tagt, und Olga und Nelly werden aus dem Verein ausgestoßen. Orje nimmt jedoch Partei für die Damen, und so beschließen die anderen Herren, schleunigst seine Liquidierung in die Wege zu leiten.
In Wolfgang Staudtes Film sind eine ganze Reihe namhafter Darsteller zu sehen, neben Mario Adorf etwa Gert Fröbe, Curt Bois und Karin Baal.
Regie: Wolfgang Staudte
Buch: Curth Flatow, Hans Wilhelm
Kamera: Friedl Behn-Grund
Musik: Hans-Martin Majewski
Mit Gert Fröbe, Mario Adorf, Curt Bois, Karin Baal, Helen Vita
Die Blechtrommel
BRD/F 1978, 145 Min., FSK: ab 16
Mario Adorf und Volker Schlöndorff waren Weggefährten. In einer Reihe für Mario Adorf muss auch DIE BLECHTROMMEL mit dabei sein. Darin spielt er Alfred Matzerath, den Vater von Oskar Matzerath. Dieser, 1924 in der Freien Stadt Danzig geboren, verweigert an seinem dritten Geburtstag weiteres Wachstum und Teilnahme an der Welt der Erwachsenen. Auf seiner Blechtrommel artikuliert das ewige Kind seinen Protest gegen Nazis und Mitläufer, und erst nach Kriegsende fasst Oskar den Beschluss, wieder zu wachsen, um mitzubestimmen.
Schlöndorffs brillant inszenierte, weitgehend werktreue Verfilmung des Romans des Nobelpreisträgers Günter Grass gewann als erster deutscher Film den Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film.
Regie: Volker Schlöndorff
Buch: Jean-Claude Carrière, Volker Schlöndorff, Franz Seitz
Kamera: Igor Luther
Musik: Maurice Jarre, Friedrich Meyer
Mit David Bennent, Angela Winkler, Mario Adorf, Katharina Thalbach
"Die Regie, in ihrer Konzeption der Bild- wie der Schauspielerführung, darf man guten Gewissens als kongenial bezeichnen. [Im Film wurde] nichts hinzuerfunden "für das Kino". Und doch ist der Film "Kino", das Zeitgeschichte kritisch, aber fern von jeder "hinterfragenden" Abstraktion unmittelbar durch Menschen erfahrbar macht." Aus dem Gutachten der FBW-Jury, 1979
Der dritte Grad
F/BRD/I 1975, 111 Min., FSK: ab 16, DF
Der kleine Angestellte Georgis wird verhaftet und zur Geheimpolizei gebracht. Er soll Mitglied einer verbotenen Untergrundorganisation sein, doch er beteuert seine Unschuld. Am nächsten Morgen sollen ein Inspektor und ein "Manager" den Verdächtigen in die Hauptstadt zur Geheimdienstzentrale überführen. Doch bereits nach wenigen Kilometern bleibt das Auto mit einer Panne liegen.
Peter Fleischmann, sonst eher ein kinematografischer Freigeist, erzählt hier gefährlich-leise und schlüssig-diszipliniert eine kafkaeske Komödie. Michel Piccoli, Ugo Tognazzi und Mario Adorf verleihen den Schachfiguren dieser klugen, paradigmatisch-abstrakten Versuchsanordnung annähernd menschliche Züge. Ennio Morricone trägt mit seinem minimalistischen Soundtrack zur filmischen Beunruhigung bei.
Regie: Peter Fleischmann
Buch: Jean-Claude Carrière, Martin Walser, Peter Fleischmann, Lorenzo Gicca Palli
Kamera: Luciano Tovoli
Musik: Ennio Morricone
Mit Michel Piccoli, Ugo Tognazzi, Mario Adorf, Adriana Asti
Lola
BRD 1981, 115 Min., FSK: ab 16
Auch Rainer Werner Fassbinder setzte auf Mario Adorf, der für ihn im Film LOLA den Coburger Baulöwen Schuckert mimte. Dieser profitiert 1957 von Korruption und Vetternwirtschaft. Als der neue Baudezernent von Bohm in die nordbayerische Kleinstadt versetzt wird, wittert Schuckert Gefahr. Treffpunkt der Honoratioren der Stadt ist die "Villa Fink", ein florierendes Bordell, an dem auch der moralisch integre von Bohm nicht vorbeikommt. Als sich von Bohm in Marie-Luise verliebt, die als Lola der Star des Bordells ist, nimmt das Drama seinen Lauf.
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Buch: Peter Märthesheimer, Pea Fröhlich
Kamera: Xaver Schwarzenberger
Musik: Peer Raben
Mit Barbara Sukowa, Armin Mueller-Stahl, Mario Adorf, Rosel Zech, Helga Feddersen, Karin Baal
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
BRD 1975, 106 Min., FSK: ab 16
Nach einer ausgelassenen Karnevalsfeier verbringt die junge, attraktive und alleinstehende Haushälterin Katharina Blum die Nacht mit einer Zufallsbekanntschaft. Am nächsten Morgen stürmt ein SEK der Polizei ihre Wohnung, auf der Suche nach dem Mann, der als mutmaßlicher Terrorist gesucht wird – doch der Gesuchte ist bereits verschwunden. Durch diesen Vorfall gerät Katharina Blum ins Visier von Polizei und Medien. Der ermittelnde Kommissar nimmt sie in die Mangel, sie verliert ihre Arbeit, wird von Nachbar*innen angefeindet, und der zynische Reporter eines großen deutschen Boulevardblattes zieht ihr gesamtes Leben in den Schmutz. Als der psychische und menschliche Druck aus Vorurteilen, Verunglimpfungen und offenem Hass immer unerträglicher wird, greift Katharina zu drastischen Mitteln, um den letzten Rest ihrer Ehre zu retten.
Der Film fängt die bedrückende Atmosphäre in der BRD zur Zeit der RAF ein.
Regie: Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta
Buch: Volker Schlöndorff, Margarethe von Trotta
Kamera: Jost Vacano
Musik: Hans Werner Henze
Mit Angela Winkler, Mario Adorf, Dieter Laser, Jürgen Prochnow
Das Mädchen Rosemarie
BRD 1958, 101 Min., FSK: ab 12
1957 wurde in Frankfurt/Main die stadtbekannte ,Lebedame‘ Rosemarie Nitribitt ermordet. Zu ihren Kunden hatten angeblich auch prominente Industrielle gehört. Die Affäre Nitribitt schlug hohe Wellen, blieb aber unaufgeklärt. Der Journalist Erich Kuby verarbeitete den Stoff zu einem Drehbuchentwurf, der einen der umstrittensten und erfolgreichsten Filme der fünfziger Jahre inspirierte. Unter der sorgfältigen Regie Rolf Thieles, von satirischen Songs über Wirtschaftswunder und Remilitarisierung begleitet, glossiert der Film in einer Mischung aus Persiflage, Kabarett und Moritat die Doppelmoral der bundesdeutschen Gesellschaft der Wiederaufbauzeit.
Regie: Rolf Thiele
Buch: Rolf Thiele, Rolf Ulrich, Jo Herbst, Erich Kuby
Kamera: Klaus von Rautenfeld
Musik: Norbert Schultze
Mit Nadja Tiller, Mario Adorf, Carl Raddatz, Peter van Eyck, Gert Fröbe, Hanne Wieder





