In Memoriam Mario Adorf
In Gedenken an Mario Adorf, einem der bedeutendsten Schauspieler Deutschlands zeigen wir eine Filmreihe, die am 8. Juni beginnt.
Nachts, wenn der Teufel kam
BRD 1957, 105 Min., FSK: ab 16
Einer der wichtigsten deutschen Nachkriegsfilme, basierend auf einem authentischen Kriminalfall der Nazizeit, der Willkürherrschaft, Gewalt und Verbrechen thematisiert. Lange wurde davon ausgegangen, dass die Darstellung den historischen Tatsachen entspricht. Ein Dreivierteljahrhundert nach dem Tod des vermeintlichen Mörders Bruno Lüdke stellte sich heraus, dass er nie einen Menschen getötet hat – und die Ermittlungen der Kriminalpolizei in Nazideutschland, denen der Film folgt, manipuliert waren.
Deutschland zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Bereits seit elf Jahren treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Kurz vor Kriegsende gelingt es dem ermittelnden Kommissar, den Täter, einen geistig zurückgeblieben Mann, zu überführen. Zunächst soll der Prozess den Nazis dazu dienen, ein neues "Schandgesetz" zu begründen. Dann aber kommen Zweifel auf, ob es angesichts der prekären Lage im Land wirklich schlau wäre, den Bürger*innen in einem aufsehenerregenden Gerichtsverfahren das Gefühl zu geben, die deutsche Polizei sei elf Jahre lang bei der Aufgabe gescheitert, einen debilen Mörder zu fassen ...
Ein straff inszenierter und überzeugend gespielter Kriminalfilm mit politischem Hintergrund. Regisseur Robert Siodmak, der mit MENSCHEN AM SONNTAG bekannt wurde, vor den Nationalsozialisten nach Hollywood floh, wo er viele erfolgreiche Filme drehte, bezeichnete den Film als einen von nur zwei nach seiner Rückkehr aus den USA gedrehten Filmen, auf die er wirklich stolz sei. Mit diesem Film starten wir eine Reihe in Andenken an Mario Adorf.
Regie: Robert Siodmak
Buch: Werner Jörg Lüddecke
Kamera: Georg Krause
Musik: Siegfried Franz
Mit Claus Holm, Mario Adorf, Hannes Messemer, Peter Carsten, Karl Lange, Werner Peters
Momo
BRD 1986, 104 Min., FSK: ab 6
Mario Adorf war einer der bedeutendsten Schauspieler Deutschlands und hat Generationen mit seinem unverwechselbaren Talent und seiner charismatischen Persönlichkeit berührt. Er prägte die deutschsprachige Film- und Theaterlandschaft über Jahrzehnte hinweg, feierte aber auch im internationalen Kino Erfolge. Mit seinem tiefen Timbre, seiner Präsenz und seinem Humor, seiner Vielseitigkeit und Hingabe war er ein Schauspieler, wegen dem man das Kinoticket unabhängig vom Film kaufte. Wir zeigen im Juni und Juli einige seiner Filme. Dazu auch die erste Verfilmung von Michael Endes "Momo", an der Ende selbst am Drehbuch beteiligt war und auch in einer kleinen Rolle zu sehen ist.
Regie: Johannes Schaaf
Buch: Johannes Schaaf, Rosemarie Fendel, Michael Ende, Marcello Coscia
Kamera: Xaver Schwarzenberger
Musik: Angelo Branduardi
Mit Radost Bokel, Mario Adorf, Armin Müller-Stahl, John Huston

